Velotour

VELOTOUR D’HORIZON   14.8.–31.8.2019
Keine Internierung von Niemandem
Erst Recht nicht von Geflüchteten

Schauen wir hin und setzen gemeinsam ein Zeichen gegen die Politik der Ausgrenzung und der Isolation! 18 Tage mit dem Velo für weniger Abschottung und zur Erinnerung an die Vergangenheit. Programm

Ein halbes Jahr nach dem Inkrafttreten des beschleunigten Asylverfahrens fahren wir mit dem Velo von Zürich nach Bern, u.a über Basel und Biel und dann über das Tessin und Luzern wieder zurück nach Zürich. Wir möchten eine regen Austausch zwischen den regionalen Aktivist*innen und Geflüchteten anstossen, sichtbar werden und zu Aktionen anregen. An den Etappen-Orten werden Aktivist*innen – Geflüchtete und Einheimische – welche sich der Lagerpolitik entgegenstellen, ein passendes Rahmenprogramm zu den Velofahrten organisieren: gemeinsames Essen, Musik, Diskussion, Workshop, Film, Spiele etc.. Wo möglich werden wir die Bewohner*innen der Bundes- und Nothilfe-Lager treffen, mit ihnen kochen, essen, Erfahrungen austauschen, über mögliche Perspektiven sprechen.
Wir stellen immer wieder fest, dass viele Leute sich gar nicht bewusst sind, wie der Alltag der Geflüchteten aussieht, was es heisst abgeschottet leben zu müssen und wie die konkreten Lebensumstände sich gestalten. Deswegen die Idee mal was ganz anderes zu machen, raus an die frische Luft, andere Orte und Leute besuchen und neue Energie für bevorstehende Aufgaben sammeln. Wir knüpfen neue Kontakte, stärken bestehende Initiativen und dokumentieren die andauernde Missachtung der Grundrechte von geflüchteten Menschen – eine Chance zur Horizonterweiterung für alle engagierten, betroffenen und interessierten Personen.
Die Abschottung der Geflüchteten von der Bevölkerung erreicht eine neue Dimension. Parallel dazu werden die Geflüchteten, deren Asylgesuch abgelehnt wurde und die nicht ausgeschafft werden können immer weiter in die Enge getrieben. Mit der klaren Absicht, ihnen den Aufenthalt in der Schweiz so unangenehm wie möglich zu gestalten, so dass sie es vorziehen, die Schweiz ‚freiwillig‘ zu verlassen. Das seit dem 1. März geltende beschleunigte Asylverfahren stellt den kaum mehr zu überbietenden Schlusspunkt der jahrzehntelangen Demontage des Asylrechts dar: Hinter einer freundlichen Fassade versteckt sich ein System, das mehr darauf ausgelegt ist, Geflüchtete möglichst schnell wieder los zu werden, das abschreckend wirken soll.
Geflüchtete werden sofort nach dem Grenzübertritt in Internierungslager eingesperrt, von der einheimischen Bevölkerung isoliert (Internierungslager: Lager, in dem Zivilpersonen interniert) werden. Ein Computer entscheidet darüber, welcher Region der/die Geflüchtete zugeteilt wird. Unabhängig von bestehenden familiären Beziehungen. In 140 Tagen soll über das Asylgesuch entschieden werden – unter Ausschluss der Öffentlichkeit. „Wir bezeichnen diese Bundeszentren bewusst als Lager: Die Lagerstruktur ist dadurch gegeben, dass eine Gruppe von Menschen vom Rest der Gesellschaft isoliert, räumlich konzentriert und anderen Gesetzen und Rechten unterstellt wird.“ (Aus der Broschüre ‚das neue Asylgesetz‘)

Eine Doku-Gruppe begleitet die ganze Tour. Ziel wäre, dass wir am Ende der Tour auch über eine Dokumentation aller Orte verfügen, die wir besucht haben, mit Geschichten, Bildern, Fotos, ….

Möchtest Du
– 2 oder mehr Tage mitfahren
– ein Fahrrad und / oder einen Schlafsack Geflüchteten ausleihen
– als Fahrer*in den Materialbus betreuen und am Einrichten des Etappenortes mithelfen
– auf dem Laufenden bleiben und dich für den Newsletter anmelden
– möchtest Du dich an den Aktivitäten eines Etappen-Ortes beteiligen

dann schreib uns eine Mail an:  velotour@wo-unrecht-zu-recht-wird.ch

Weitere Aktionen zur Thematik:  

Aktuelle Berichte:  

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