Migration und Gesundheit

16. Februar 2019
Behörden setzen psychische Gesundheit von Geflüchteten bewusst aufs Spiel
Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) hat das Forschungsbüro Interface bezahlt, damit sich diese mit der Gesundheit bzw. mit Traumas von geflüchteten Migrant*innen auseinandersetzen. Insgesamt wurden 13 Personen befragt, die als Expert*innen gelesen werden, weil sie Ambulatorien für Kriegs- und Folteropfer leiten. Gemäss dieser Exper*innen leiden in der Deutschschweiz mindestens 30-60 Prozent der Geflüchteten an posttraumatischen Belastungsstörungen. Zugang zu einer spezifischen Behandlung erhält allerdings nur jede zehnte betroffene Person. Die Expert*innen aus der Romandie schätzen den Anteil noch höher ein, und gehen von 30 bis 70 Prozent aus. Laut der Studie mangelt es in den Asylcamps an kompetenter Früherkennung, an Zugang zu Behandlungsmöglichkeiten und Dolmetscher*innen.
Die Studie zeigt auf, dass die Behörden die psychische Gesundheit von geflüchteten Personen bewusst aufs Spiel setzen. Je länger ein Trauma nicht behandelt wird, desto tiefgreifender die Belastung.
https://www.luzernerzeitung.ch/newsticker/schweiz/fluechtlinge-sollen-zum-trauma-test-ld.1092364