Migration und Bildung

16. Februar 2019

Eltern sollen für die Schule bezahlen, wenn ihre Kinder nicht genügend Deutsch sprechen
Geht es nach den Regierenden des Kanton Thurgaus, soll die öffentliche Schule nicht mehr für alle kostenlos sein. Die Behörden wollen Eltern finanziell bestrafen, falls ihre Kinder vor Schuleintritt nicht die von den Behörden vorausgesetzen Deutschkenntnisse erwerben. In solchen Situationen werden die Kosten für den Deutschunterricht oder für Dolmetscher*innen bei Elterngesprächen den Eltern verrechnet. Ob und wie viel Bildung Kinder erhalten, soll also in Zukunft noch mehr vom sozioökonomischen Status der Eltern abhängen. Die Initiative fokussiert gezielt auf Mängel bei der deutschen Sprache, um Migrant*innen zu marginalisieren, denn Eltern, deren Kinder ein Rechenschwäche haben, müssen nicht bezahlen. Zudem ist es mehr als fraglich, ob diese Massnahme die Sprachdefizite der Kinder beheben wird, denn viele Eltern verfügen aufgrund von rassistischen Verhältnissen innerhalb des kapitalistischen Arbeitsmarktes nicht über das nötige Kleingeld, um den Deutschunterricht ihrer Kinder zu bezahlen. Da der Volksschulunterricht laut Artikel 19 der Bundesverfassung unentgeltlich sein muss, ist für dieses rassistische Vorhaben des Kanton Thurgaus eine Anpassung der Bundesverfassung nötig.
https://www.20min.ch/schweiz/news/story/Bei-schlechtem-Deutsch-sollen-Eltern-bezahlen-26723520
https://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/Sprechen-Kindergaertler-schlecht-Deutsch-sollen-Eltern-zahlen/story/26856182