Como-Update: Offene Grenzen sind offenbar doch nicht in Sicht.

Gefunden auf der Facebookseite vom Bleiberecht-Kollektiv Bern

Heute Nachmittag versuchten zahlreiche Geflüchtete von Como aus über die Grenze zu gelangen. Nach einem ersten Zug in den viele eingestiegen waren, hinderte die itallienische Polizei weitere Geflüchtete daran, in Como in Züge Richtung Schweiz einzusteigen. In Chiasso entpuppte sich die Nachricht – die Grenze sei offen – als falsch. Die Geflüchteten wurden gestoppt. Wo sie nun hingebracht werden, ist bis anhin unklar. Auch wurden antirassistische Aktivist_innen in Chiasso während Stunden festgehalten oder erhielten Rayonverbote.

Como-Update: DIe Geflüchteten planen eine Demo über die Grenze

Gefunden auf der Facebook-Seite des Bleiberecht-Kollektivs Bern

Die Geflüchteten in Como sprachen sich an der heutigen Vollversammlung für ein Ende des Wartens aus: „We are very thankful for all the support. But today we don’t want to speak about our situation in the camp, but about a demonstration to cross the border!“ Gemeinsam entschieden sie „eine friedliche Demonstration“ zu organisieren. Diese soll in die Schweiz führen. Details werden folgen, doch schon heute solidarisieren wir uns mit der Aktion. Der Kampf der Geflüchteten wird nicht einfach: Abgesehen von der drohenden Polizeigewalt, strebt ein Teil der Geflüchteten nach einem Bleiberecht in der Schweiz. Ein anderer möchte durch die Schweiz ins nördliche Europa gelangen. Wir unterstützen die Selbstbestimmung sowie die Bewegungs- und Niederlassungsfreiheit aller Geflüchteten.

Como-Update: Ein Wettrennen gegen die Zeit

Gefunden auf der Facebook-Seite des Bleiberecht-Kollektivs Bern
Gegen 500 geflüchteten Menschen harren immer noch an der Grenze in Como aus. Die italienischen Behörden haben mittlerweile entschieden, wie sie gegen sie vorgehen wollen. Mitte September soll ausserhalb von Como ein grosses Containerlager entstehen. Ob dieses offen oder geschlossen sein wird, ist noch unklar. Klar scheint jedoch, dass mit der Eröffnung das Camp im Park San Giovanni nicht mehr geduldet wird. Dies übt entsprechend enormen Druck auf die Geflüchteten aus.
Gestern kam es zu einem Gespräch zwischen einer Delegation von Geflüchteten und der lokalen Präfektur. Im Gespräch haben die Geflüchteten ihre Notlage erklärt und eindeutig festgehalten, über die Grenze und auf keinen Fall in ein Containerlager zu wollen.


Allgemein scheint es so, als ob sich die meisten Geflüchteten nicht mehr warten wollen. In der Nacht auf heute haben 20-30 Geflüchtete versucht kollektiv über die Grenze zu gelangen. Gemeinsam stiegen im Bahnhof von Como in einen Zug. Die Polizei intervenierte und hinderte die Geflüchteten nach Chiasso zu gelangen. Zudem wird mittlerweile sehr konkret über eine Demonstrationen und andere Aktionen nachgedacht.
Nicht nachgelassen hat die Repression gegen die von der Schweiz nach Italien zurückgeschafften Personen. Berichten zufolge werden diese per Bus in ein Lager in Taranto in den südlichsten Zipfel Italiens verschleppt.

Öffnet die Grenzen in Chiasso und überall

Ein Bericht vom Bleiberecht-Kollektiv Bern zu Como

In Como, südlich der schweizer Grenze bei Chiasso, spitzt sich die Lage immer mehr zu. Mainstream-medien berichten regelmässig davon. Hunderte von Geflüchteten sind im Park San Giovanni direkt beim Bahnhof gestrandet, weil die Schweiz ihnen die Ein- oder Durchreise verweigert. Dieses Wochenende reisten wir – einige antirassistische Aktivist_innen – nach Como. Wir brachten zum einen Decken, Schuhe und Nahrungsmittel, die im Rahmen einer Solidaritätsdemonstration in Bern gesammelt wurden. Zum anderen versuchten wir uns ein eigenes Bild der Situation in Como zu verschaffen. Daraus ist dieser Text entstanden. Wir hoffen, dass er dazu beitragen kann, das rassistische Grenzregime der Schweiz zu bekämpfen, um das Leiden, das wir in Como mitbekamen, zu stoppen.

Demonstration: Weg mit den Grenzen in Como, Chiasso und überall

Medienmitteilung des Bleiberecht-Kollektivs Bern

In Solidarität mit den blockierten Flüchtenden in Como fand heute eine Demonstration und eine Sammelaktion statt. Rund 200 Menschen versammelten sich um 19:00 Uhr auf dem berner Bahnhofplatz. Sie demonstrierten für offene Grenzen in Chiasso und überall.
„Solange die Bewegungsfreiheit ein Privileg von Wenigen ist, bleibt Fluchthilfe eine moralische und politische Pflicht“, hiess es in der Rede des Bleiberecht-Kollektivs Bern. „Solidarität ist etwas, das sich in die Hand nehmen lässt.“ So kamen durch die Sammelaktion Decken, Schuhe sowie Nahrungsmittel zusammen. Diese werden nach Como gefahren.

Von der Schweiz anerkannter Flüchtling wird nach Deutschland verschleppt

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Medienmitteilung des Bleiberecht-Kollektivs Bern

Am Montag, den 7. März wurde Mehmet Yesilcali nach fast einem Jahr Haft nach Deutschland ausgeschafft. Die Schweiz anerkannte Mehmet Yesilcali 2010 als Flüchtling, weil er in der Türkei acht Jahre lang aus politischen Gründen inhaftiert war, unter anderem wegen seiner angeblichen Mitgliedschaft in der TKP/ML. Nun wurde er genau aus diesem Grund nach Deutschland ausgeliefert. Die Schweiz wie auch Deutschland beziehen zu einer sehr brisanten Zeitpunkt Stellung: Gegen den Widerstand in der Türkei und für das autoritäre Erdogan-Regime.

Refugees Welcome heisst Antifaschismus

Refugees Welcome heisst Antifaschismus

Landquart, Kanton Graubünden, 2012: Unbekannte zünden einen Asylbunker an. Vernier, Kanton Genf, 2014: Ein Asyllager geht durch unbekannte Hand in Flammen auf. Dietikon, Kanton Zürich, Januar 2015: In einem Asyllager wurde ein Brand gelegt. Aarburg, Kanton Aargau, Februar 2015: Der Gemeindeammann hatte ein erstes Grillen mit Wurst und Brot gegen die Ankunft von 90 Geflüchteten veranstaltet. Es fand wöchentlich statt. Giffers, Kanton Freiburg, Februar 2015: In der Gemeinde soll ab 2016 ein Bundeslager für 300 Geflüchtete stehen. Die Einwohner*innen stellten in der Nacht Mahnfeuer gegen das Lager und gegen die ankommenden Geflüchteten auf. All das geschieht hier und jetzt. Menschen versuchen Menschen gezielt zu verunglimpfen und zu töten, weil sie von anders wo kommen. Diese Akte sind Ausdruck eines hasserfüllten Rassismus. Sie sind auch Ausdruck einer rassistischen Migrationspolitik.

Schweiz: Die netten Nazis von nebenan

Am Samstag, 1. August versammelten sich über 100 Neonazis in Schönenberg zu einem Rechtsrockkonzert. „Aufgeräumt“, „ruhig“, „nicht störend“ sei das grösste Nazitreffen der Schweiz seit Jahren im Zürcherischen Schönenberg gewesen. Die bürgerliche Presse übersieht dabei die eigentliche Bedeutung des Treffens.

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