Protest im Foyer des Tattes in Genf – No Bunkers

Asylsuchende besetzen das Kunsthaus Grütli in Genf

Die Asylsuchenden des Zentrums les Tattes in Vernier (GE) protestieren seit heute Mittag gegen ihre Verlegung in unterirdische Bunker. Sie weigern sich unterirdisch untergebracht zu werden und wehren sich gegen die unmenschliche Behandlung, der sie ausgesetzt wurden. Solidarische Personen schlossen sich dem Protest im Innenhof des Zentrums an, wo die Asylsuchenden entschlossen und friedlich protestierten, bis die Polizei mit einem unverhältnismässigen Aufgebot intervenierte. Eine spontane Demonstration formierte sich und zog lautstark Richtung Innenstadt bis zum Kunsthaus Grütli, das nun von 200 Personen besetzt wird. Die Asylsuchenden verbringen die Nacht dort und sind entschlossen, den Kampf um ihr Recht auf ein menschenwürdiges Leben weiter zu führen.

Die Forderungen der Asylsuchenden sind:
1) Stopp und sofortige Annulation aller Transfers der Asylsuchenden in unterirdische Bunker;
2) Keine Unterbringungen in unterirdische Bunker;
3) Menschenwürdige Unterkünfte für die Flüchtlinge mit F-Ausweis, die zur Zeit im Zentrum les Tattes beherbergt werden;
4) Menschenwürdige Beherbergung aller Asylsuchenden.

Grosse Demo gegen die Auslieferung von Mehmet Yesilçali und gegen die Kriminalisierung der ATIK

Gut 200 Aktivist_innen protestierten am 13. Juni 2015 in Bern gegen die Auslieferung Mehmet Yesilçalis nach Deutschland. Mehmet Yesilçali wurde im April verhaftet und ist nun seit zwei Monaten im Regionalgefängnis Fribourg inhaftiert. Er ist gemäss Artikel 129 des Deutschen Strafgesetzbuches der Mitgliedschaft einer terroristischen Vereinigung angeklagt. Mehmet Yesilçali hat im Jahr 2010 Asyl in der Schweiz erhalten. Er war aufgrund seiner politischen Aktivitäten und seiner angeblichen Mitgliedschaft in der TKP/ML (türkischen kommunistischen Partei) acht Jahre lang in der Türkei inhaftiert und der Folter ausgesetzt. Nun liefern ihn die Schweizer Behörden aus denselben Gründen nach Deutschland aus wie sie ihm zuvor Asyl gewährt haben.

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Der Kanton Bern verschleppt Akpene Honkou

Trotz der gestrigen Demonstration von 35 Personen, der heutigen Blokade von 15 Personen verschleppt der Kanton Bern Akpene Honkou nach Togo. Die 60 Frau wurde am Montag Mittag verhaftet. Ihre in der Schweiz lebhafte Nichte erhielt bis zur Verschleppung kein Besuchsrecht mehr. Auf dem Weg zum Flughafen Genf übergab sie sich mehrmals und stürzte, als sie aus dem Securitaswagen stieg. Akpene Honkou leidet an starken Depressionen und posttraumatischen Belastungen. Trotzdem wurde sie verschleppt. Ihre Angehörigen stehen unter Schock, doch danken allen solidarischen Menschen, die sich auf der Strasse gegen die Ausschaffung gewehrt haben.

bild medizinisches attest

Bern: Aktion gegen das 10-jährige Jubiläum von Frontex

Facebookeintrag der Gruppe Reviravolta:

„Heute haben wir im Bahnhof Bern Transpis („Grenzen töten“ und „Fight Frontex“) gehängt und liessen folgenden Flyer fliegen: „Glaubt ihr, die Flüchtlinge sind in Partyboote gestiegen, mit dem grossen Traum, im Park mit Drogen zu dealen?“

Im Jahr 2015 feiert Frontex ihr zehnjähriges Jubiläum. Doch ist das wirklich ein Grund zum Feiern? Frontex ist eine von der EU gegründete Agentur, welche sich darauf spezialisiert hat, Flüchtende davon abzuhalten, die EU-Aussengrenzen zu überqueren. Diese Agentur verfügt über ein jährlich steigendes Budget, über welches sie frei verfügen kann. Mit diesem Budget finanziert sie unter anderem den Bau von Schutzzäunen und die Ausbildung von Sicherheitsbeamten, kurz alles um die „Festung Europa“ zu verteidigen. Ausserdem ist Frontex berechtigt selbstständig Entscheide zu fällen, wie beispielsweise ob ein untergehendes Boot voller Flüchtenden gerettet wird oder nicht, und unterliegt dabei keinerlei Kontrolle.

In den Herkunftsländern vieler dieser Flüchtenden bestimmen Armut, Hunger, Krieg, Krankheiten, totalitäre Regime, Korruption und religiöse/politische Verfolgung, sowie Nulltoleranz gegenüber Homo- und Transsexuellen den Alltag. Was die Frontex tut ist in höchstem Masse rassistisch und verstösst gegen mehrere Menschenrechte. Wollen wir wirklich tatenlos zusehen, wie diese Institution ihr zehnjähriges Jubiläum feiert und aus dem Leiden Anderer Profit schlägt? Wir sagen: „Zehn Jahre sind zehn Jahre zu viel!“

Fight Frontex! Für eine freie, grenzenlose Welt!“

Facebookeintrag der Organisierenden

Freiheit für Mehmet Yesilçali! Protestkundgebungen am Do 28. Mai in Bern

„Nächsten Donnerstag findet die nächste grosse Mobilisierung statt, um gegen die drohende Auslieferung von Mehmet an Deutschland zu protestieren. Wir treffen uns zuerst um 16 Uhr vor dem Bundesamt für Justiz (Bundesrain 20, 3005 Bern) und etwas später, um 17:30 auf dem Bahnhofplatz Bern!
Freiheit für Mehmet Yesilçali – Freiheit für alle verhafteten ATIK Mitglieder – Freiheit für alle politischen Gefangenen!“ (Originalaufruf auf Facebook)