Medienspiegel 6. Februar 2022

Medienspiegel Online: https://antira.org/category/medienspiegel

+++GASSE
30 Jahre seit der Räumung des Platzspitz
Anfang Februar 1992 gingen heftige Bilder aus Zürich um die Welt: Vor genau 30 Jahren wurde der Platzspitz geräumt. Seit Mitte der 80er-Jahre hat sich der Park hinter dem Landesmuseum zum Drogen-Mekka Europas entwickelt. Tausende Süchtige deckten sich dort jeden Tag mit Heroin ein. Zeitzeugen erzählen vom grossen Elend mitten in Zürich.
https://tv.telezueri.ch/zuerinews/30-jahre-seit-der-raeumung-des-platzspitz-145369238


+++SPORTREPRESSION
Gummischrot und Festnahmen: Ausschreitungen nach Zürcher Fussballderby
Am Rande des Zürcher Fussballderbys vom Samstag hatte die Polizei viel zu tun. Es musste Gummischrot eingesetzt werden.
https://www.blick.ch/schweiz/zuerich/polizei-zieht-fazit-nach-zuercher-fussballderby-gummischrot-und-drei-festnahmen-id17211797.html
-> https://www.20min.ch/video/flaschen-flogen-durch-die-luft-ausschreitungen-zwischen-gc-und-fcz-fans-am-hb-682721559194
-> https://www.stadt-zuerich.ch/pd/de/index/stadtpolizei_zuerich/medien/medienmitteilungen/2022/februar/viel_arbeit_fuerdiepolizeirundumszuercherderby.html


+++GRENZWACHTKORPS
NZZ am Sonntag 06.02.2022

Grenzwache: Kameraden helfen dem Verurteilten

Nach einer Rückschaffung durch die Schweiz erlitt eine Syrerin eine Totgeburt. Nun sammeln Grenzwächter Geld für den Kollegen, der deswegen verurteilt wurde.

René Donzé

Diese Woche standen eine Syrerin und ihr Mann als Kläger vor Bundesverwaltungsgericht. Sie verlangen von der Schweiz rund 300 000 Franken Schadenersatz und Genugtuung für einen Fall, der sich 2014 ereignet hatte. Damals wurde die Flüchtlingsfamilie auf der Durchreise nach Frankreich gestoppt und von Schweizer Grenzwächtern nach Italien zurückgeführt. Beim Halt in Brig erhielt die im 7. Monat schwangere Frau trotz Hilferufen keine medizinische Betreuung. In Domodossola kam ihr Kind tot zur Welt.

Während der Entscheid des Bundesverwaltungsgerichts noch aussteht, ist der Grenzwächter, der damals in der Verantwortung stand, längst verurteilt. Er erhielt eine Geldstrafe wegen Körperverletzung von 150 Tagessätzen zu 150 Franken. Sie wurde nur bedingt ausgesprochen. Bezahlen hingegen musste er einen Anteil von 7300 Franken an die Verfahrenskosten.

Nun sammeln seine Grenzwächterkollegen online Geld, um diese Kosten zu decken, weil er Mühe hatte, diese zu bezahlen. «Es geht uns um Solidarität», sagt einer der Organisatoren. «Wir wollen damit aber keinesfalls die Entscheide der Justiz infrage stellen.» Bei dem Verurteilten handle es sich um einen guten Mann, betont er. «Wir sind alle sehr exponiert in unserer Arbeit. Bei jedem kann einmal etwas schieflaufen.»

Dazu gehöre auch der «bedauerliche und tragische Zwischenfall» in Brig. Tatsächlich stehen immer wieder Grenzwächter vor Gericht. «Es gibt eine Tendenz, dass Zivilpersonen gegen Handlungen von Grenzwächtern im Dienst Klage einreichen», sagt Heidi Rebsamen, Zentralsekretärin der Gewerkschaft des Zollpersonals Garanto. «Das gehört zunehmend zum Berufsrisiko.» Derzeit seien sechs Fälle hängig.

Warum der Mann Geldnot hatte, ist nicht bekannt. Laut Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit arbeitete der Verurteilte nach dem Vorfall weiter im Innendienst. Seit einem Jahr ist er pensioniert. Seine Anwaltskosten wie auch einen Teil der Verfahrenskosten hatte der Bund übernommen. Die Geldsammlung stand am Samstag bei 3545 Franken.
(https://nzzas.nzz.ch/schweiz/grenzwache-kameraden-helfen-dem-verurteilten-ld.1668367)


+++FRAUEN/QUEER
Die Menschenrechte von trans Personen in der Schweiz
Seit Anfang dieses Jahres ist die Änderung des Geschlechtseintrages und des Namens im Personenstandsregister einfacher. Die Revision des Zivilgesetzbuches führt zu einer bedeutenden Verbesserung der Situation von trans Menschen in der Schweiz. Trotzdem bestehen aus menschenrechtlicher Perspektive immer noch grosse Defizite.
https://www.humanrights.ch/de/ipf/menschenrechte/lgbtiq/menschenrechte-trans-personen-schweiz


+++VERSCHWÖRUNGSIDEOLOGIEN
Corona-Massnahmengegner geben nicht auf
Die Corona-Massnahmengegner wollen nicht aufgeben. Gestern wieder marschierten sie durch die Berner Strassen. Auch Morgen wollen sie Aufmerksamkeit: Mit Autos, Traktoren und LKWs wollen sie nach Bern kommen und Strassen blockieren. So wurde es zumindest angekündigt. Aber warum jetzt? Es scheint, als wäre das Ende der Coronamassnahmen schon lange nicht mehr so nah wie jetzt.
https://www.telebaern.tv/telebaern-news/corona-massnahmengegner-geben-nicht-auf-145369065


Nazis setzten sich in der Schweiz bei Demonstration gegen Coronamaßnahmen an die Spitze
Nazis gegen Coronamaßnahmen
Organisierte Rechtsextreme stellen sich in der Schweiz an die Spitze von Demonstrationen gegen Infektionsschutzmaßnahmen. Vorne mit dabei ist die Neonazi-Gruppierung »Junge Tat«.
https://jungle.world/artikel/2022/05/nazis-gegen-coronamassnahmen


Corona-Demo in Laufen wird von wenigen Rechtsradikalen besucht
Rund 800 MassnahmengegnerInnen demonstrierten am Sonntag in Laufen. Eine rechtsextreme Gruppierung nahm auch teil. Der Laufener Stadtrat zeigt sich entspannt.
https://telebasel.ch/2022/02/06/corona-demo-in-laufen-wird-von-wenigen-rechtsradikalen-besucht
-> https://www.bzbasel.ch/basel/baselland/laufen-demonstration-gegen-die-maskenpflicht-an-schulen-verlogene-regierungsbande-ld.2247302
-> https://www.bazonline.ch/vogelgrippe-breitet-sich-in-loerrach-aus-177714431135
-> https://primenews.ch/news/2022/02/800-personen-nahmen-massnahmen-demo-laufen-teil
-> https://www.baselland.ch/politik-und-behorden/direktionen/sicherheitsdirektion/polizei/polizeimeldungen/bewilligte-kundgebung-verlief-ohne-zwischenfaelle


Der Weltuntergang ruft – Endzeitangst: Woher sie kommt und was sie befeuert
Erderwärmung, Kriege oder Pandemie: Krisen nähren die Angst vor dem Weltuntergang. Warum die christliche Hoffnungsbotschaft einen schweren Stand gegen Untergangspropheten und Verschwörungsmythen hat.
https://www.srf.ch/kultur/der-weltuntergang-ruft-endzeitangst-woher-sie-kommt-und-was-sie-befeuert



NZZ am Sonntag 06.02.2022

Das Ende der Pandemie ist gut fürs Volk und schlecht für gewisse Medien

Die Medienkritik.

Felix E. Müller

Der Ausstieg aus dem Notregime der Pandemie rückt näher. Für die Bevölkerung ist das eine gute Nachricht, für die Medien eine schlechte. Diese kannten in den letzten zwei Jahren nur ein Thema, das ihnen viel Leserinteresse und unglaubliche Klickzahlen eintrug: das Virus.

Damit ist es nun vorbei – eine Perspektive, die für rechte Medien wie «Inside Paradeplatz», «Weltwoche», «Nebelspalter» oder «Ostschweiz» speziell unerfreulich ist. Diese lebten von der Opposition gegen die Corona-Politik. Sie zogen Massnahmengegner an, die ihre Tage damit verbrachten, von einem Medium zum nächsten zu ziehen und die Kommentarspalten mit ihren Injurien zu füllen.

Wer meint, diese Entwicklung jetzt noch mit negativen Geschichten über Bundesrat Berset aufhalten zu können, glaubt an den Storch. Die «Ostschweiz», die stark auf Impfgegner setzte und auch üble Texte publizierte, hat das zuerst gemerkt. Vor Weihnachten kündigte die Online-Zeitung an, die Berichterstattung über Corona einzustellen, um sich mit Regionalthemen zu profilieren. Die Einsicht dahinter: Nur wenn dies gelingt, wird es eine Überlebenschance geben.

Denn Corona-Wutbürger sind Flugsand, heute hier, morgen dort. Auf ihnen lässt sich kein stabiles Geschäftsmodell aufbauen. Zudem bilden sie eine uninteressante Zielgruppe für Inserenten, ausser vielleicht für die Hersteller des Pferdeentwurmungsmittels, das in diesen Kreisen als Heilmittel gegen Covid-19 gilt.

Damit steigt bei diesen Medien der Druck, bald eine neue Reizfigur für den digitalen Stammtisch aufzubauen. Offenkundig läuft derzeit der Versuch, Simonetta Sommaruga in die Position zu schieben, in der sich Alain Berset in den letzten zwei Jahren befunden hat. Ob die Energieministerin ebenso gut aufgestellt ist wie der Corona-Minister, der mit den Attacken letztlich locker fertigwurde?
(https://nzzas.nzz.ch/meinungen/die-medienkritik-gut-fuers-volk-schlecht-fuer-gewisse-medien-ld.1668320)



Bulgarien: “Corona-Flüchtlinge”
Am Goldstrand findet man sie zuhauf – Deutsche Impfgegner, die nach Bulgarien ausgewandert sind. Denn dort sind die Kontrollen lasch – und Beschränkungen für Ungeimpfte weniger streng. | mehr
https://www.daserste.de/information/politik-weltgeschehen/europamagazin/sendung/wdr/bulgarien-118.html


+++HISTORY
Bührle Züri Ost – Teil 3
Bührles Presta lieferte der Wehrmacht tonnenweise Patronenhülsen. Dem Fürst gefiels so sehr, dass er den Fabrikant mit Gattin zum Zmittag lud. Im Toggenburg hat Bührle einer jüdischen Unternehmerfamilie eine Zwangsarbeitsfabrik abgekauft. Dritter und letzter Teil des Saiten-Bührle-Specials.
https://www.saiten.ch/buehrle-zueri-ost-teil-3/


Vom Kolonialismus zum Holocaust
Die unfassbare Brutalität, mit der Europa und später die USA alle anderen Kontinente in Blut tauchen, bedarf moderner Bildsprachen. In der Doku »Rottet die Bestien aus!« reist Regisseur Raoul Peck zu den Ursprüngen moderner Genozide.
https://www.nd-aktuell.de/artikel/1161060.rottet-die-bestien-aus-vom-kolonialismus-zum-holocaust.html
-> Trailer: https://www.faz.net/aktuell/trailer-rottet-die-bestien-aus-17768046.html