Medienspiegel 5. Juli 2020

Medienspiegel Online: https://antira.org/category/medienspiegel

+++DEUTSCHLAND
Überfüllte Camps in Griechenland: Deutschland lässt weitere geflüchtete Kinder einreisen
Wegen der schwierigen humanitären Lage in griechischen Flüchtlingscamps nimmt Deutschland Minderjährige von dort auf. Kürzlich sind wieder sechs Kinder in Frankfurt angekommen.
https://www.spiegel.de/politik/deutschland/fluechtlinge-weitere-jugendliche-aus-griechischen-camps-in-deutschland-eingetroffen-a-484d3978-dd6d-48c6-b6fa-b6ef6cf96cbb


+++MITTELMEER
“Ocean Viking”: 180 Geflüchtete dürfen in Italien an Land gehen
Das Rettungsschiff “Ocean Viking” darf Sizilien ansteuern. Zuvor sollen alle Passagiere auf das Coronavirus getestet werden. An Bord sind auch zahlreiche Minderjährige.
https://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2020-07/ocean-viking-italien-gefluechtete-an-land-sizilien
-> https://www.zdf.de/nachrichten/panorama/ocean-viking-migranten-schiff-sizilien-100.html
-> https://www.zeit.de/gesellschaft/2020-07/seenotrettung-ocean-viking-italien-quarantaeneschiff-notstand
-> https://www.srf.ch/news/international/bewegung-im-mittelmeer-schiff-mit-bootsfluechtlingen-darf-nun-doch-sizilien-anlaufen


+++EUROPA
Deutsche EU-Ratspräsidentschaft: Bundesregierung will Einigung bei Flüchtlingsverteilung
Deutschland will seine EU-Ratspräsidentschaft nutzen, um die lang ausstehende Asylreform voranzutreiben. Ziel soll ein Verteilungsmechanismus sein. Innenminister Seehofer fordert zudem schnelle Rückführungen.
https://www.spiegel.de/politik/deutschland/eu-migrationspolitik-bundesregierung-will-einigung-bei-fluechtlingsverteilung-a-e31cb354-d6ae-4157-ba4f-fd3b931970a6


+++DEMO/AKTION/REPRESSION
landbote.ch 5.7.2020

Black Lives Matter: Demonstrationen gegen Rassismus in Winterthur

Rund 30 Frauen und Männer haben am Samstag beim Bahnhof Winterthur gegen Rassenhass und -diskriminierung demonstriert. Am Sonntag zogen dann fast 300 Personen durch die Altstadt.

Urs Ellenberger, Gregory von Ballmoos

In einer choreografierten Aktion legten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zunächst für rund neun Minuten auf den Boden vor der grossen Unterführung. Damit erinnerten sie an den gewaltsamen Tod des Afroamerikaners George Floyd, der im Mai bei einem Polizeieinsatz in Minneapolis ums Leben kam – acht Minuten und 46 Sekunden zu Boden gedrückt von einem Polizisten. Danach knieten die Aktivisten mit erhobener Faust hin, während eine Frau mit Megafon politische Forderungen verlas.

Diese verlangen unter anderem rassenneutrale Kontrollen durch die Polizei oder eine unabhängige Beschwerdestelle bei Fällen von Polizei- oder Behördengewalt. Auch müsse sich die offizielle Schweiz zur eigenen Beteiligung am Kolonialismus und der Apartheid äussern und diese Beteiligung im Schulunterricht thematisieren.

Schweizweite Aktion

Nach einer Viertelstunde zogen die Teilnehmer des Flashmobs friedlich ab. Ähnliche Aktionen fanden gleichzeitig in Zürich, Basel, Aarau und Luzern statt. Aufgerufen zur Demonstration hatten rund 20 Organisationen.

Grössere Demo auch am Sonntag

Am Sonntagnachmittag zog ein rund 300 Personen starker Demonstrationszug durch Winterthur. Die Demonstrierenden starteten auf dem Neumarkt und zogen durch die Steinberggasse, den Graben und die Stadthausstrasse. Nun seien die Demonstrierenden wieder auf dem Neumarkt eingetroffen. Dort dürfen sie sich nach Angaben der Stadtpolizei Winterthur noch bis am Abend austauschen. Laut einem Demonstrationsteilnehmer soll auf dem Neumarkt zudem noch eine kleine Party gefeiert werden. Die Kundgebung ist bewilligt und «sehr, sehr friedlich», wie Stapo-Sprecher Michael Wirz betont. Und sehr laut: Die meist jungen Demonstrierenden machten ihrem Ärger lautstark Luft. Es kam aber weder zu Gewalt noch zu Sachbeschädigungen.

Auffallend ist auch, dass alle Demonstrierenden eine Maske tragen, wie das in der Covid-Verordnung vorgeschrieben ist. Einen nicht ganz so friedlichen Ton schlagen die Organisatoren in einem Flugblatt an. Dort heisst es in etwa: «Die Bullen sind nicht unsere Freunde», man solle dich nicht an ihre Anweisungen halten.
(https://www.landbote.ch/demonstration-gegen-rassismus-in-winterthur-830947036671)
-> https://www.aurka.com/black-is-beautiful-winterthur/
-> https://www.toponline.ch/news/winterthur/detail/news/rund-300-personen-protestieren-in-winterthur-gegen-rassismus-00137559/



Exit Racism in der ganzen Schweiz
Am Samstag, 4. Juli, haben in Zürich, Genf, Basel, Winterthur, Aarau, Lausanne und Luzern in einer schweizweit koordinierten Aktion antirassistische Flashmobs stattgefunden.
Damit haben wir BIPoC uns zeitweise den öffentlichen Raum genommen, um gegen Rassismus zu protestieren!
https://barrikade.info/article/3655


Kommuniqué zur Demo „Wir sind alle antifaschistisch“ vom 4.7.2020
Am Samstag 04. Juli gingen wir mit rund 200 Menschen auf die Strasse, um uns mit den Angeklagten der politischen Prozesse gegen #baselnazifrei zu solidarisieren. Die Besammlung fand direkt vor dem Gebäude der Staatsanwaltschaft statt. Junge und ältere Menschen, türkisch-kurdische Linke und schweizer Antifaschist*innen skandierten erneut zusammen die Parole „Basel nazifrei!“
https://barrikade.info/article/3656
-> https://www.20min.ch/video/antifa-demonstriert-vor-staatsanwaltschaft-741589394983


Demonstranten schlagen Passanten (29) spitalreif
Ein Fussgänger wurde am Samstag in der Falknerstrasse von Teilnehmern eines Demonstrationszugs angegriffen. Der 29-jährige hatte mit Handzeichen um Platz zum Passieren gebeten.
https://www.20min.ch/story/in-kokainloesung-getraenkte-post-fiel-auf-weil-sie-ungewoehnlich-schwer-war-511195241835
-> https://telebasel.ch/2020/07/05/29-jaehriger-wird-von-demonstrations-gruppe-angegriffen/?channel=105100
-> https://www.onlinereports.ch/News.117+M514e10fa709.0.html
-> https://www.bazonline.ch/nach-der-kurve-ins-schleudern-geraten-177714431135
-> https://primenews.ch/articles/2020/07/29-jaehriger-mann-kurdendemo-spitalreif-geschlagen


+++POLIZEI ZH
NZZ am Sonntag 05.07.2020

«Manchmal braucht es Gewalt», sagt der Zürcher Polizist Giovanni Garra

Hat auch unsere Polizei ein Rassismusproblem? Wie ringt man allein einen Riesen zu Boden, und wann rennt man besser weg? Wir haben Giovanni Garra, Polizist in Zürich seit 20 Jahren, zum Verhör gebeten.

Sacha Batthyany und Katharina Bracher

NZZ am Sonntag: Herr Garra, die Polizei steht wieder mal im Fokus der Aufmerksamkeit. Weltweit demonstrierten Hunderttausende Menschen gegen Polizeigewalt. In Stuttgart kam es vor wenigen Tagen zu wütenden Protesten und Angriffen auf die Polizei. Kümmern Sie diese Entwicklungen, oder ist das alles zu weit weg?

Giovanni Garra: Mich macht das sehr betroffen. Wir haben in Zürich Ähnliches erlebt wie die Kollegen in Stuttgart. Uns wurden auch schon Fackeln in die Streifenwagen geworfen. Neulich las ich, dass es Leute gibt, die doch tatsächlich die Auflösung der Polizei fordern, aber die haben wenig Ahnung davon, was die Polizei alles leistet.

Verspüren Sie Solidarität mit den Polizisten in anderen Ländern?

Natürlich. Ich besuche in meinen Ferien oft Polizeiwachen im Ausland. Meine Frau findet das nicht so lustig, aber für mich ist es hoch spannend zu sehen, wie Polizisten in anderen Ländern vorgehen.

Was ging in Ihnen vor, als Sie das Video aus den USA sahen, in dem ein weisser Polizist minutenlang auf dem Hals des Schwarzen George Floyd kniete?

Mich haben die Bilder entsetzt.

Abgesehen vom Rassismus, auf den wir noch eingehen, scheinen in den USA besonders viele Dilettanten in Polizeiuniform zu stecken, die total überfordert sind.

Was dieser Polizist, dem nun gekündigt wurde, getan hat, entspricht längst nicht mehr moderner Polizeiarbeit. Jemanden auf Bauchlage zu fixieren und Druck auf die Brust oder den Hals auszuüben, ist verboten. Das Problem in den USA ist die viel zu kurze Ausbildung von durchschnittlich 19 Wochen. Bei uns lernt man in dieser Zeit gerade mal, Bussen zu schreiben. Bei uns dauert die Ausbildung bald überall zwei Jahre.

Verstehen Sie den Ärger der Menschen nach diesem Video, auf dem man hören kann, wie Floyd sagt, er bekomme keine Luft mehr?

Ja, den Unmut der Menschen in den USA verstehe ich gut. Wenn dann aber Schweizer Politiker behaupten, unsere Polizei sei auch rassistisch, dann ärgert mich das. An einigen Black-Lives-Matter-Demonstranten stört mich, dass sie so undifferenziert sind. Ich will nichts schönreden. Wenn sie mich fragen, ob es Rassisten gibt in der Polizei, dann antworte ich: Möglich. Gibt es Fälle von Racial Profiling? Ja, kann es geben. Aber wir haben kein systemisches Problem damit. Wir analy­sieren diese Fälle, sprechen sie in der Ausbildung an. Die Stadtpolizei nimmt Tausende Personenkontrollen im Jahr vor, von denen vielleicht vier oder fünf nicht dem Lehrbuch entsprechen. Eine fehlerfreie Polizei gibt es nicht. Das ist eine Utopie.

Dann schauen wir uns doch ein paar der krassen Fälle an: Im Aargau fixierten zwei Polizisten einen psychisch kranken Mann in Bauchlage und drückten ihn acht Minuten zu Boden, worauf er starb. In Lausanne waren die Polizisten zu sechst. Auch dieser Mann ist später gestorben. Wenn man weiss, wie gefährlich dieses Vorgehen ist, warum wird es dann angewendet?

Nur in Bauchlage zu liegen, ist nicht das Problem. Der Druck auf die Atmung ist das Gefährliche. Ich kenne den Fall in Lausanne zu wenig, um fundiert zu antworten. Ich weiss nur: Wer in einem Schweizer Polizeikorps tut, was der amerikanische Polizist mit Floyd getan hat, der kommt vor Gericht.

Die Polizisten kassierten im Aargau eine Strafe von 60 Tagessätzen zu 80 Franken. 4800 Franken kostet also dieser Tote. Ist das gerecht?

Das ist unser Rechtssystem. Die Geldstrafe ersetzt die Freiheitsstrafe.

In Lausanne fanden die sechs Polizisten neun Gramm Cannabis. Ist das noch verhältnismässig?

Das Problem ist, dass man als Polizist nie weiss, was einer auf sich trägt. Er hätte auch ein Kilo um den Bauch tragen können. Aber ich verstehe natürlich, wie das wirkt, wenn plötzlich viele Polizisten vor Ort sind. Aber man muss eines wissen: Je mehr von uns anwesend sind, umso besser können wir jemanden fixieren. Wenn man es allein oder zu zweit mit einer aggressiven Person zu tun bekommt, die sich mit allen Mitteln zur Wehr setzt, wird das oft ein üblerer Kampf, als wenn man zu viert oder fünft ist.

2015 gab es in Zürich einen schweren Zwischenfall mit einem geistig verwirrten Mann aus Äthiopien, der Polizisten mit einem Messer bedrohte. Dreizehnmal wurde auf ihn geschossen. Auch in den Rücken.

Sie können sich nicht vorstellen, was in einem vorgeht, wenn man im Stress auf einen Messer schwingenden Mann schiessen muss. Da kann es sein, dass man ihn in der Seite trifft, weil er sich gerade wegdreht.

Dann sind 13 Schüsse normal? Zeigt das nicht auch, wie schlecht Polizisten schiessen?

Es kann passieren, dass viele Schüsse nötig sind.

Wieso schiessen Polizisten nicht auf die Beine?

Wenn wir einen Angreifer stoppen müssen, schiessen wir nicht auf die Beine, sondern in die Mitte der Masse, also den Oberkörper. Es ist nicht wie im Film, wo der Held im Fallen dem Angreifer die Waffe aus den Händen schiesst. So was gibt es nicht.

Wieso rennen Sie nicht einfach weg, um sich Zeit zu verschaffen, statt dreizehnmal zu schiessen?

Es ist nicht unser Job, wegzurennen.

Herr Garra, wir laufen gerade vom Limmatplatz die Langstrasse entlang. Ein Freitagnachmittag. Noch immer ist das einer der sogenannten Hotspots der Stadt. Welche Erinnerungen kommen in Ihnen hoch?

Hier bin ich zehn Jahre Streife gefahren. Da vorne bei der «Mata Hari»-Bar haben wir einen zur Fahndung ausgeschriebenen Dieb verhaftet, den wir zufällig wieder erkannten. Und haben Sie den jetzt gesehen?

Nein, was denn?

Dieser Typ hat gerade versucht, einem Passanten Drogen zu verkaufen. Und der andere hat ihm zu verstehen gegeben, dass er nichts wolle.

Wie hat sich das Image der Polizei in den letzten 20 Jahren verändert?

Der Umgangston ist rauer geworden. Wenn wir ausrücken, weil es Lärmklagen gibt, und wir freundlich darauf hinweisen, die Musik doch leiser zu stellen, werden wir angeraunzt. Diese Uneinsichtigkeit hat zugenommen.

Wer sind Ihre grössten Feinde?

Viel Arbeit verursachen uns die Hooligans und die Linksextremen vom «Revolutionären Aufbau».

Spüren Sie mehr Hass als früher?

Als ich im Jahr 2001 begann, da gab es die Randale am 1. Mai, aber das war’s dann schon. Nachts war ja auch kaum jemand auf der Strasse. Heute müssen Sie jederzeit damit rechnen, als Polizist beleidigt, bespuckt oder mit Flaschen beworfen zu werden.

Hat die Polizei zu diesem Hass beigetragen?

Nicht, dass ich wüsste.

Welche Eigenschaften müssen Polizisten besitzen?

Es gab mal eine Journalistin, die eine Nacht auf Streife verbrachte und später in ihrem Artikel schrieb, sie sei nach Hause gegangen und habe geweint. Polizisten würden in einer Nacht mehr menschliche Dramen erleben als andere in ihrem ganzen Leben. Ich muss auch Todesnachrichten überbringen, das sind sehr schwierige Momente, die ich nicht zu nahe an mich heranlassen darf. Wenn mein Job zu sehr an mir nagt, dann macht er mich kaputt, davor muss man sich schützen. Polizisten müssen ganz generell für Ruhe und Ordnung sorgen wollen und sich an Regeln halten. Auch privat. Wir sind kommunikativ und wollen den Menschen helfen, auch wenn das kitschig klingt. Wir sind gewaltfähig – aber nicht gewalttätig.

Was heisst das? Muss man Lust haben auf körperliche Auseinandersetzungen?

Lust ist das falsche Wort. Man darf keine Angst davor haben. Von mir wird erwartet, dass ich Gewalt anwenden kann, was aber nicht heisst, dass ich gewalttätig bin, ich muss sie dosieren können. Jemand, der rein pazifistisch veranlagt ist, geht in diesem Job unter. Manchmal braucht es Gewalt.

Haben Sie von Ihrer Frau oder Ihren Kindern schon mal gehört, Sie sollen sie nicht immer verhören und zu Hause nicht sprechen wie ein Polizist?

Ja, der Vorwurf kam schon. Meine Frau sagt, ich sei der misstrauischste Mensch der Welt. Ich mustere die Menschen, wenn ich etwa ein Restaurant betrete, und versuche sie einzuschätzen. Es ist ein Automatismus.

Was genau passiert, wenn Sie ein Restaurant betreten?

Ich schaue, ob sich da komische Gestalten befinden. Ich achte auf Körpersprache und Gesichtsausdruck. Es hat natürlich auch mit dem Bauchgefühl zu tun. Das Lesen der Menschen ist in meinem Beruf enorm wichtig und sickert auch in meinen Alltag. Wenn jemand nicht mehr reagiert, den Blick abwendet, Nervosität ausstrahlt, dann werde ich vorsichtig.

Hören Sie auch auf Ihr Bauchgefühl bei Personenkontrollen im Dienst?

Das Bauchgefühl allein darf nicht entscheiden, warum ich wen kontrolliere. Es müssen ganz bestimmte Kriterien erfüllt sein. Man kontrolliert, weil man spezifisch jemanden an einem bestimmten Ort sucht. Oder weil aufgrund der objektiven Erfahrung des Polizisten ein Verdachtsmoment vorliegt.

Sagen wir: Ein Polizist hat die Erfahrung gemacht, dass immer dieselben ausländischen Staatsangehörigen auf der Strasse Kokain verkaufen. Dann kontrolliert er diese Gruppe von Ausländern häufiger?

Das kann ein Grund sein. Aber es darf nicht der einzige Grund sein. Die betreffende Person muss auch noch an einer bestimmten Hausecke stehen; oder wir beobachten, dass die Person oft angesprochen wird.

Kann der Betroffene sich der Kontrolle verweigern?

Nein, kann er nicht. Aber er kann sich beschweren oder eine Anzeige wegen Amtsmissbrauch machen.

Diese Kriterien sind neu. Auslöser waren zahlreiche Beschwerden wegen Racial Profiling, das auch von der Ombudsfrau der Stadt Zürich bemängelt wurde. «Amnesty International» berichtet ebenfalls, dass Racial Profiling in der Schweiz zunimmt.

Ich sage nicht, dass es keine missbräuchlichen Kontrollen gibt. Aber hier in Zürich haben wir aus meiner Sicht kein systematisches Problem mit Racial Profiling. Niemand wird allein aufgrund seiner Hautfarbe kon­trolliert. Dieser Sachverhalt wurde übrigens in einer wissenschaftlichen Untersuchung bestätigt.

Wie erklären Sie sich dann die Beschwerden? Und was sagen Sie zu Aussagen von Personen mit dunkler Hautfarbe, die davon berichten, im Alltag regelmässig herausgepflückt zu werden?

Ich nehme diese Aussagen sehr ernst, aber ich muss die Vorfälle einzeln kennen, um sie zu beurteilen. Ganz grundsätzlich denke ich, dass die Menschen heute sensibilisierter sind als früher. Der Begriff des Racial Profiling wird vorschnell eingebracht. Es stimmt, dass wir viele Beschwerden hatten, aber der Vorwurf, wir würden allein aufgrund der Hautfarbe kontrollieren, konnte nie erhärtet werden. Wir haben auch eine starke soziale Kontrolle innerhalb unseres Teams. Wenn da einer durch rassistische Kommentare auffällt, bekommt er Probleme mit den Kollegen und den Vorgesetzten.

Es heisst, Polizisten würden sich nicht gegenseitig verpfeifen. In den USA spricht man vom «Code of Silence».

Diese amerikanische Cop-Culture, in der man sich gegenseitig deckt, gibt es bei uns nicht. Wir sprechen Fehler an.

«Der Neger hat ein Messer in der Hand», dieser Satz ging 2015 gemäss dem Online-Medium «Republik» über den Funk der Stadtpolizei Zürich. Das war im Zusammenhang mit dem Fall des Äthiopiers, der dreizehnmal angeschossen wurde. Klingt doch nicht alles so sauber, wie Sie es darstellen.

Das ist mir so nicht bekannt. Der Ausdruck wäre unglücklich gewählt. Wenn Sie jetzt jeden Ausdruck, den ein Polizist in einer lebensgefährlichen Situation unter hohem Stress von sich gibt, kontrollieren wollen, dann kann jeder seine Uniform hinlegen und nach Hause gehen. Einen Polizisten allein deswegen zu verurteilen, ist nicht fair.

Wie meinen Sie das?

Wenn ich Kraftausdrücke, und damit meine ich nicht das N-Wort, bei der Arbeit brauche, und ich bin mit meinem Partner unterwegs, dann bleibt das zwischen uns. Und es heisst noch lange nicht, dass ich diese Kraftausdrücke auch im Kontakt mit den Bürgern verwende. Es gibt Stresssituationen, da lässt man verbal kurz Dampf ab.

Welche Situationen zum Beispiel?

Da fahren Sie mit Blaulicht zu einem Einsatzort, und das Auto vor Ihnen weicht nicht von der Stelle. Da kann man schon mal fluchen, passiert Ihnen doch sicher auch, dass Sie im Verkehr sauer werden. Wir sind doch alle Menschen!

Ja, aber nicht alle sind Polizisten.

Darf ein Polizist nicht fluchen? Das sind in meinen Augen zu grosse moralische Ansprüche.

Fluchen schon. Das N-Wort geht zu weit.

Vielleicht. Und dennoch ist es in meinen Augen ein Unterschied, ob ich privat mal fluche oder es im Einsatz tue. Mir ist wichtig zu sagen, dass ich das N-Wort nicht gebrauche. Der Kollege, der in der Hitze des Gefechts über Funk das N-Wort gebraucht haben soll, muss noch lange kein Rassist sein. Ein Problem ist, wenn einer tatsächlich immer wieder Personen dunkler Hautfarbe beschimpft. Der verliert seinen Job. Sie können es sich nicht vorstellen, wie oft wir Polizisten uns anhören müssen, Rassisten zu sein. Sehr häufig, wenn wir einen Menschen mit schwarzer Hautfarbe verhaften, kommt der Vorwurf, man handle aus rein rassistischen Motiven.

Wie beeinflusst dieser Vorwurf Ihre Arbeit?

Ich gebe Ihnen ein Beispiel. Kürzlich wollte ich in einem Park drei Personen dunkler Hautfarbe kontrollieren. Von einer Person wusste ich, dass sie im Betäubungsmittelhandel tätig ist. Auch die Örtlichkeit stimmte. Da habe ich mich ertappt, wie ich zögerte und mich fragte: Soll ich das jetzt wirklich tun? Was, wenn mich alle beobachten und das Smartphone zücken?

In den USA nannte man das den Ferguson-Effekt. Die Polizei greife nicht ein, hiess es, weil sie den Rassismusvorwurf fürchte. Haben Sie manchmal auch Angst auf Ihren Einsätzen?

Ich kann es mir nicht leisten, Angst zu haben. Respekt schon. Oft ist es auch ratsam, sich erst zurückzuziehen und Verstärkung zu holen. Aber wenn mir jemand zu nahe kommt, dann schubse ich ihn weg. Das wichtigste Einsatzmittel neben Worten sind die Hände. Man gewinnt auch ein wenig Zeit und kann sich überlegen, was die nächsten Schritte sind: Pfefferspray, Schlagstock, Handschellen.

Und wie entscheiden Sie, wann Sie den Pfefferspray nehmen und wann den Schlagstock?

Wenn ich einen Riesen vor mir habe, dann überlege ich mir schon: Soll ich dem jetzt an den Hals springen und dort mal hängen? Der fällt ja nicht um! Also ist der Pfefferspray die bessere Wahl, nur gibt es Menschen, die darauf nicht reagieren. Dann brauchen Sie einen Plan B. Deshalb ist es gut, wenn Polizisten nie allein unterwegs sind.

Nach allem, was wir bis jetzt gehört haben, ist das Image der Polizei im Keller, der Umgang mit den Bürgern ist ruppiger geworden, der Lohn ist wahrscheinlich auch nicht fürstlich. Warum wird man überhaupt noch Polizist? Wie war das bei Ihnen?

Polizist zu sein, war mein Kindheitstraum. Ich habe zwei Onkel mütterlicherseits bei der italienischen Polizei, die haben mich in den Ferien auf die Wache mitgenommen; der eine in Kalabrien, der andere in Sizilien. Ich durfte bei denen im Auto sitzen und wusste, ich möchte Polizist werden.

Liegt vielleicht auch an der schönen Uniform der Carabinieri.

Schön, aber nicht wirklich funktional. Typisch italienisch halt.

Sie haben drei Söhne. Würden Sie ihnen raten, Polizist zu werden?

Die sind sehr unabhängig und müssen das selber entscheiden. Die Work-Life-Balance ist nicht ideal, es gibt familienfreundlichere Berufe, weil man unregelmässig arbeitet und oft auch am Wochenende im Einsatz steht. Ich musste schon eine Hochzeit absagen, was mir meine Frau heute noch vorwirft. Sie nervt sich zu Recht darüber, dass sie viele Dinge allein machen muss. Deshalb bin ich zur Kripo gewechselt, jetzt ist es von den Schichten her ruhiger.

Was, wenn es zu ruhig wird? Wenn man als Polizist in einem Quartier arbeitet, in dem nicht viel geschieht. Kann man sich dann versetzen lassen, weil man wieder etwas Action will?

In Zürich ist immer und überall etwas los. Die Vorstellung, manche von uns würden nur ein paar Kätzchen einsammeln, ist grundlegend falsch.

Die Kriminalität sinkt. Die Anzahl der Einbrüche geht runter, ebenso die der Tötungsdelikte. Wo bitte schön ist denn Zürich gefährlich?

Polizisten haben trotzdem zu tun. Wir sind bei Unfällen vor Ort, lösen Terrorbedrohungen, helfen alten Leuten nachts wieder ins Bett, wenn die Spitex das nicht kann und schauen mit der Feuerwehr, ob es wirklich brennt.

Gibt es Polizisten, die davon träumen, in einer Stadt zu arbeiten, in der mal so richtig etwas passiert: Chicago, London oder Marseille?

Träumen ist falsch gesagt. Aber ich habe mich auch schon gefragt, wie das wäre, woanders zu arbeiten. Aber wenn ich dann beispielsweise nach Frankreich schaue und höre, dass die Polizisten in Hinterhöfen schlafen, weil sie tagelang im Einsatz standen, da ist mir mein Leben hier lieber. Ich will am Abend nach Hause kommen zu meiner Familie.

Sie bestreiten, dass eine Cop-Culture existiert. Tatsache ist aber, dass ein Polizeikorps eine Männerwelt ist, in der man keine Schwäche zeigen darf.

Es ist eine Männerwelt, obwohl Frauen einen wichtigen Beitrag leisten und vieles besser können. Aber wer sagt, dass man keine Schwächen zeigen darf? Ich musste mal mit meinem Kollegen eine tote Katze zusammenkratzen, die überfahren wurde, als er mir sagte, er könne das nicht. Er habe Katzen zu Hause. Er liebe Katzen. Das konnte ich gut nachvollziehen.

Sie denken dann nicht: Jemand, der ein Kätzchen nicht zusammenkratzen kann, kann uns auch nicht vor Terroristen schützen?

Nein, so denke ich nicht.

Was sind Ihre Schwächen?

Ich habe Mühe mit Toten, die schon lange verwest sind. Dieser Geruch einer Leiche nach zwei Wochen in einer geheizten Wohnung macht mir zu schaffen. Ich bin sehr geruchsempfindlich.

Können Sie sich an Ihren ersten Toten erinnern?

Das war eine tragische Geschichte und geschah noch in meinem Praktikum. Wir mussten ausrücken, weil ein Mann seine Partnerin erschossen hatte auf offener Strasse. Ihr weisses Oberteil war voller Blut. Das werde ich nie vergessen.

Ein paar Fragen aus dem Alltag: Wie befriedigend ist das Klick-Geräusch von Handschellen?

Ich höre es nicht ungern. Ich weiss dann, dass ich alles im Griff habe. Aber ich muss aufpassen, bei falscher Anwendung können Nerven beschädigt werden.

Warum fragen Polizisten eigentlich immer: «Wissen Sie, warum wir Sie anhalten?» Dieser pädagogische Unterton nervt.

Ich mache das nicht, und ich habe Verständnis dafür, dass die Frage nervt, denn sie hat etwas Schulbuchartiges. Ich bevorzuge zu sagen, was passiert ist: Ich halte Sie an, weil Sie über Rot gefahren sind oder weil das Licht am Velo nicht funktioniert.

Stört Sie der Begriff Bulle?

Ja, stört mich. Ich frage mich, woher der kommt. Für eine Ehrverletzungsklage reicht er nicht.

Welche Spitznamen kennen Sie für Polizei?

Tschugger, Schmier, Bulle, Schmierlappe, Cops.

Kennen Sie den: Trachtengruppe Urania? Gibt es eigentlich Vorschriften, wie fit und schlank man als Polizist sein muss?

Nein. Kommen jetzt die Witzfragen?

So ist es. Kommentieren Sie doch bitte folgende Klischees, die über Ihren Berufsstand kursieren: Polizisten sind pedantisch.

Möglich.

Sie schiessen gern.

Falsch. Ich bin Schiessinstruktor. Ich weiss, wie ungern viele mit der Waffe trainieren.

Polizisten sind Menschen mit wenig Selbstvertrauen, das sie durch die Uniform wettmachen.

Schwachsinn.

Alle wollen sein wie der Agent James Bond, sind aber im miefigen Streifenwagen gelandet und deshalb immer so frustriert.

Ach was.

Kein Klischee: Vor der Ausbildung zur Polizei gibt es unter anderm einen Deutsch- und einen Allgemeinbildungstest. Die Durchfallquote ist hoch.

Und das ist auch gut so. Die Polizeiaufnahmeprüfung muss schwierig bleiben, auch wenn wir einen Nachwuchsmangel haben. Lieber weniger Polizisten als schlechte.

Man hat schon darüber diskutiert, Menschen ohne Schweizer Pass zur Polizeiarbeit zuzulassen. Halten Sie das für eine gute Idee?

Wenn man als Polizist das Recht in der Schweiz durchsetzen will, aber nicht wählen kann, dann stimmt etwas nicht. Man muss doch Bürger von diesem Land sein, um für Recht und Ordnung zu sorgen.

Wird man bei der Aufnahmeprüfung nach der politischen Einstellung gefragt?

Ja, es wird abgeklärt, ob man extreme Einstellungen hat. Die sind unerwünscht.

Was wählen Sie?

Weder stur links noch rechts. Ich schaue mir jede Vorlage an und entscheide, was in meinen Augen sinnvoll ist.

Wie sinnvoll finden Sie die Abschiebung krimineller ausländischer Staatsbürger?

In ausländerrechtlichen Fragen bin ich eher rechts der Mitte – und ich habe selber ausländische Wurzeln. Jeder, der sich in der Schweiz aufhält, ist Gast in diesem Land und sollte die Regeln beachten. Wer oft hintereinander delinquiert, der hat hier meiner Meinung nach nichts zu suchen.



Giovanni Garra, 43, Sohn italienischer Einwanderer, ist seit zwanzig Jahren als Polizist unterwegs auf Zürichs Strassen. Heute arbeitet Garra bei der Kripo. In diesem Interview spricht er in seiner Rolle als Co-Vizepräsident des Stadtzürcher Polizistenverbands.



Sacha Batthyany und Katharina Bracher beendeten dieses Interview in einem der gefährlichsten Hotspots Zürichs: in der Kinderecke der Bäckeranlage.
(https://nzzas.nzz.ch/magazin/zuercher-polizist-ueber-george-floyd-racial-profiling-klischees-ld.1564330)


+++POLICE DE
Innenminister stoppt Rassismusstudie: Weil nicht sein kann, was nicht sein darf
Horst Seehofer will Rassismus in der Polizei nicht untersuchen lassen, obwohl sein Haus eine Studie angekündigt hatte. SPD und Opposition werfen ihm vor, er wolle die Debatte unterdrücken – die jetzt erst recht entbrennt.
https://www.spiegel.de/politik/deutschland/horst-seehofer-stoppt-rassismusstudie-weil-nicht-sein-kann-was-nicht-sein-darf-a-d0f28f04-66f2-48bc-9437-e21122755018
-> https://taz.de/Racial-Profiling-bei-der-Polizei/!5698271/
-> https://www.neues-deutschland.de/artikel/1138723.rassismus-bei-der-polizei-studie-zu-racial-profiling-bei-deutscher-polizei-kommt-nicht.html
-> https://www.tagesschau.de/inland/racial-profiling-studie-101.html
-> https://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2020-07/racial-profiling-studie-polizei-abgesagt-justizministerium-horst-seehofer


+++RASSISMUS
Rassismus ohne ‚Rassen‘. Über eine Ideologie und ihren scheinbaren Grundbegriff
Der Begriff ‚Rasse‘ markiert eine der langlebigsten Ausgrenzungsideologien der Moderne. Lässt sich diese aber wirklich eindämmen, indem man den Begriff eindämmt? Was ist gewonnen, wenn das Wort ‘Rasse’ verschwindet, rassistisches Denken und Handeln sich aber längst von ihm gelöst hat?
https://geschichtedergegenwart.ch/rassismus-ohne-rassen-ueber-eine-ideologie-und-ihren-scheinbaren-grundbegriff/


Rassismusdebatte: Museen dürfen nicht zu Rassismus schweigen
Während sich Kunstinstitutionen in den USA mit Black Lives Matter solidarisieren, bleibt es in Deutschland still: Es ist die Angst, sich dem eigenen Rassismus zu stellen.
https://www.zeit.de/kultur/kunst/2020-06/rassismusdebatte-museen-deutschland-kolonialismus-kunst/komplettansicht


+++RECHTSEXTREMISMUS
Chris Ares: Deutscher Rechtsrap
Ein Rapper aus der rechtsextremen Szene stürmt die iTunes-Charts: Chris Ares rappt über den “großen Austausch” und seinen Stolz, Deutscher zu sein. Er steht der identitären Bewegung nahe und ist ins Visier von Verfassungsschützern geraten. Diese warnen von einer Trivialisierung der Ideologie durch die Rechtsrap-Szene, die sich in Deutschland entwickelt.
https://www.arte.tv/de/videos/095424-000-A/chris-ares-deutscher-rechtsrap/


+++VERSCHWÖRUNGSIDEOLOGIEN
Corona – Verschwörungsmythen und andere Seuchen
In Krisenzeiten haben Verschwörungstheoretiker Hochkonjunktur. In den sozialen Medien kursieren Falschmeldungen, religiöse Deutungsversuche oder bewusst gestreute Verschwörungstheorien. Ein Phänomen, das auch schon zu Seuchenzeiten zu beobachten war. Im 14. Jahrhundert forderte die grosse europäische Pestepidemie 25 Millionen Todesopfer, etwa ein Drittel der Bevölkerung Europas. Die Ärzte standen der Krankheit ratlos gegenüber, eine medizinische Erklärung für die Seuche gab es noch nicht. So verbreitete sich das Gerücht, Juden könnten dafür verantwortlich sein. Man unterstellte ihnen, die Brunnen vergiftet zu haben. In der Folge wurden Hunderttausende Juden in ganz Europa ermordet. Pest, die Spanische Grippe, Cholera, Aids, Corona: In Krisenzeiten scheinen die Menschen besonders anfällig für irrationales Verhalten zu sein. Wenn die Welt geordnet abläuft, obsiegt die Vernunft, die Ratio. Aber wenn Krisen auftreten – Naturkatastrophen, Kriege, Epidemien – dann kippt es in Richtung Mythos. Apokalyptiker sehen in der Seuche die Anfänge der Endzeit, die Seuche als Sühne für irdische Schuld. Andere sehen in ihr eine geheime, organisierte Dezimierung der Weltbevölkerung. Seuchen und ihre Deutungsversuche: Olivia Röllin im Gespräch mit Martina King, Medizinhistorikerin an der Universität Fribourg, und Michael Blume, Religionswissenschaftler und Antisemitismus-Experte.
https://www.srf.ch/play/tv/sternstunde-religion/video/corona—verschwoerungsmythen-und-andere-seuchen?id=cb9c885c-4fce-4362-82a9-3254fdd4c128


„Die #Coronavirus-Gegner verbreiten ihre Ansichten mit Flyern in Zürcher Trams. Sie argumentieren gegen die #Maskenpflicht und #Impfpflicht. Unter den empfohlenen, unabhängigen Informationsquellen steht an erster Stelle die “Swiss Propaganda Research”-Domäne.“
https://twitter.com/DarioVereb/status/1279707485948055552


Wie sich Attila Hildmann vom Vegan-Koch zum Verschwörungstheoretiker wandelte
Der Trubel um den Deutschen Vegan-Koch Attila Hildmann reisst nicht ab. Mit seinen Verschwörungstheorien hat er unzählige Kritiker, aber auch viele Anhänger seiner Thesen auf den Plan gerufen. Derzeit ermittelt sogar die Brandenburger Kriminalpolizei gegen ihn. Per Twitter teilten die Beamten kürzlich mit: «Wegen der öffentlichen Androhung von Straftaten haben wir Anzeige von Amts wegen aufgenommen.»
https://www.watson.ch/international/wissen/437042375-attila-hildmann-vom-vegan-koch-zum-verschwoerungstheoretiker


+++HISTORY
Geheimes Buch des brasilianischen Militärs: Bolsonaros Bibel
Brasiliens Präsident Bolsonaro und seine Anhänger verfolgen alle Andersdenkenden. Sie lassen sich dabei von einem Buch leiten, das die Militärdiktatur verherrlicht. Was steht drin in “Orvil”?
https://www.spiegel.de/politik/ausland/brasilien-jair-bolsonaro-und-das-buch-orvil-bolsonaros-bibel-a-e9d814bb-8bb5-4958-bdcf-d4c8adc17669


Kurze Geschichte der Sklaverei
Die Geschichte der Sklaverei beginnt nicht erst auf Baumwollfeldern. Sie reicht bis in die frühesten Hochkulturen der Menschheit zurück. Bis zur Abschaffung der Sklaverei eroberte der Menschenhandel riesige Territorien, setzte seine eigenen Grenzen und schuf seine eigenen Gesetze in einer Welt der Gewalt, Machtbesessenheit und Profitgier.
https://www.arte.tv/de/videos/RC-016061/menschenhandel-eine-kurze-geschichte-der-sklaverei/