Medienspiegel 19. Mai 2018

+++DEUTSCHLAND
Frustrationspotential: Experten sehen Pläne für Anker-Zentren kritisch
Die Kritik an den geplanten Anker-Zentren reißt nicht ab. Jetzt haben Migrationsexperten Bedenken geäußert. Auch Caritas und Frauenhilfsorganisationen warnen. Die Polizeigewerkschaft sorgt sich um die Sicherheit von Beamten.
http://www.migazin.de/2018/05/18/frustrationspotential-experten-plaene-anker-zentren/

+++DROGENPOLITIK
Von der Hoffnung, dass sich der Deal verpulverisiert
Muss man an anderen Plätzen in Bern den Deal tolerieren, um ihn von der Reitschule wegzubekommen? Stadtpräsident Alec von Graffenried ist skeptisch.
https://www.derbund.ch/bern/stadt/von-der-hoffnung-dass-sich-der-deal-verpulverisiert/story/13891115

derbund.ch 19.05.2018

Die Drogenhändler beim Jugendtreff

Die Berner Polizei bekämpft den Betäubungsmittelhandel im Raum Schützenmatte/Reitschulvorplatz mit Grossrazzien. Hat sich die Situation seither verbessert? Ein Augenschein.

Fabian Christl

Alles Gut? Die Frage hört häufig, wer in den Abendstunden über die Berner Schützenmatte flaniert. Eine Antwort erübrigt sich. Die meist jungen Männer fremdländischer Herkunft sehnen sich weniger nach einer kurzen Plauderei denn nach ein bisschen Geld, um ihr Auskommen zu sichern. Was sie auch nicht verhehlen. Wer die Blicke erwidert, bekommt schnell eindeutige Angebote: Kokain? Gras? Pillen?

Doch am frühen Samstagabend, es ist 19 Uhr, ist es seltsam ruhig auf der Schützenmatte. Niemand fragt nach dem Befinden. Kein Koks, kein Gras, keine Pillen. Dafür «Bullen»: Unter der Eisenbahnbrücke stehen deren zwei. Auf dem Vorplatz der Reitschule vier weitere. Und alle werden sie beschimpft. Zwei junge Frauen nehmen die beiden Polizistinnen unter der Brücke in die verbale Mangel. «Was wollt ihr hier?!» «Habt Ihr nichts Besseres zu tun?!» «Was soll das bringen?!» Den Kollegen auf dem Vorplatz ergeht es nicht besser. Eine Menschentraube versperrt ihnen den Zugang zum Innenhof und skandiert «Haut ab, haut ab».

Drogen gegen Sex

Seit einem halben Jahr bekämpft die Polizei die Dealer-Szene im Raum Schützenmatte/Vorplatz aktiver als vorher. Alle paar Wochen finden grosse Razzien statt. Bringt das was? Oder läuft der Deal heiter weiter? Und passt eine auf Repression ausgerichtete Strategie überhaupt in eine rot-grüne Stadt?

«Die Erfahrungen aus dem Neustadtlab haben gezeigt, dass eine Belebung den Deal nicht vollständig zu unterbinden vermag», sagt Stadtpräsident Alec von Graffenried (GFL). Der Gemeinderat hat deshalb den Razzien ausdrücklich seinen Segen erteilt.

Beim Drogenhandel handle es sich um «eines der grössten Sicherheitsprobleme» der Stadt Bern, sagt von Graffenried. Dies vor allem, weil Wochenende für Wochenende Hunderte Jugendliche den Vorplatz in Beschlag nähmen. Es sei schon vorgekommen, sagt er, dass Dealer jungen Frauen Drogen gegen Sex angeboten hätten. «Damit sind für mich gleich mehrere rote Linien überschritten.»

Auch die Betreiber des Kulturzentrums haben keine Freude am Drogenhandel vor ihrer Tür. In einer Stellungnahme schrieben sie etwa, dass der Deal der Reitschule «ein Konsumrausch-Publikum beschert und Gewalt ins Haus bringt». Noch weniger Freude haben die Betreiber aber an den Polizeirazzien. So pflegt man im anarchistisch geprägten Kulturzentrum seit Menschengedenken ein distanziertes Verhältnis zu den Gesetzeshütern. Das äussert sich auch in der Sprache. Die Razzien werden von den Reitschulbetreibern gerne als «Treibjagden» auf Dunkelhäutige bezeichnet, die darüber hinaus wirkungslos seien. Bis auf die Forderung nach der Legalisierung aller Drogen bieten indes auch sie keine Rezepte an – eine nicht ganz einfach zu vermittelnde Position also. Vielleicht auch deshalb verzichtete die Reitschule darauf, die Fragen des «Bund» zu beantworten.

Gleichwohl, vor Ort entwickelt man ein gewisses Verständnis für die Reitschüler. So führt etwa der eingangs beschriebene Polizeieinsatz dazu, dass sich zahlreiche (mutmassliche) Drogenhändler im Innenhof und dem Restaurant Sous le Pont verstecken. Bei grösseren Aktionen verfolgten die Polizisten die Händler auch schon bis in die Innenräume, was stets zu tumulthaften Szenen führte, die kein Restaurant-Betreiber in seinem Betrieb sehen möchte.

Nachdem die Polizei am Samstag wieder abgezogen ist, verteilen sich die Händler langsam auf dem Vorplatz. Bis auf die Schützenmatte trauen sie sich noch nicht. Die Szenerie hat etwas Gespenstisches. In der Skate-Bowl dreht ein Inline-Skater einsam seine Runden. Gewöhnliches Publikum ist kaum auszumachen. Dafür steht versprengt ein gutes Dutzend Drogenhändler herum. Einer versucht vergeblich, ein Holzpalett und ein Velorad anzuzünden. Ein anderer dreht bei einem Pingpong-Tisch mit zwei Junkies einen Joint. Etwas später tauschen sie gut sichtbar Stoff gegen Geld. Das Gespräch mit ihm entpuppt sich als harzig. «Polizei kommt, Polizei geht», sagt er lediglich. Und: «Respekt.»

Obwohl nicht ganz klar wird, was der junge Mann mitteilen möchte, gross eingeschüchtert von der Polizeiaktion scheint er nicht zu sein. Kein Wunder, denkt man bei der Lektüre der Polizeimeldungen der Razzien: Die meisten Verhafteten sind jeweils bereits am nächsten Morgen wieder auf freiem Fuss. Dies weil der Handel mit Drogen in kleinen Mengen meist nur mit Bewährungsstrafen sanktioniert wird – und die Polizei Verhaftete in der Regel nach spätestens 24 Stunden wieder freilassen muss. Anders Leute ohne reguläre Aufenthaltsbewilligung – unabhängig von einer Verwicklung in den Drogenhandel. Sie werden in Ausschaffungshaft überführt. Auch deshalb wirft die Reitschule der Polizei vor, unter dem Deckmantel der Drogenpolitik eine «Anti-Ausländerpolitik» zu betreiben. Zudem nehme die Polizei mit Vorliebe Dunkelhäutige und Nordafrikaner ins Visier.

Weniger Dealer aktiv

Manuel Willi, Chef der Regionalpolizei, kennt die Vorwürfe des «Racial Profiling». «Wir machen sicher keine Jagd auf Dunkelhäutige oder Sans-Papiers», sagt er bei einem Treffen. Es seien erfahrungsgemäss schlicht vor allem Westafrikaner in den Kokainhandel verwickelt. Und auch er findet es «frustrierend», dass verhaftete Drogenhändler tags darauf wieder auf der Schützenmatte anzutreffen sind. Dennoch bleibt er überzeugt, dass der Deal im Raum Schützenmatte/Vorplatz weitgehend beseitigt werden kann. «Die bisherigen Bemühungen zeigen bereits Wirkung», sagt er.

So zähle man jetzt an den Wochenenden noch 15 bis 30 Drogenhändler. Vor den Aktionen seien es jeweils bis zu 40 gewesen. Insbesondere unter der Woche werde nun weniger gedealt und habe sich der Handel zeitlich auf spätere Stunden verschoben, was mit Blick auf den Jugendschutz wichtig sei.

Dass der Deal nicht völlig verschwunden ist, liegt laut Willi auch an der Reitschule selber. Einerseits böten die anwesenden Menschenmassen wie auch die offen zugänglichen Räumlichkeiten der Reitschule gute Fluchtmöglichkeiten. Andererseits werde die Polizei «wie an keinem anderen Ort in Bern» von Anwesenden bei der Arbeit gestört. Tatsächlich sind die eingangs beschriebenen Beschimpfungen noch die harmloseste Form der Gegenwehr, mit der sich die Polizisten herumschlagen müssen.

Vor kurzem wurden Polizisten bei einer Kontrolle mit Farbbeuteln beworfen. Ein anderes Mal seien sie mit Reizgas-versetztem Wasser bespritzt worden, sagt Willi. «Wenn wir in Ruhe unsere Arbeit tun könnten, hätten wir die Situation schon längst unter Kontrolle.»

Experten wie Michael Herzig, der ehemalige Drogenbeauftragte der Stadt Zürich, bezweifeln das – auch mit Verweis auf die weltweit erfolglosen Bemühungen, das Drogenproblem mittels Prohibition zu lösen. Herzig setzt sich deshalb für eine Regularisierung aller Drogen ein. Verbesserungen liessen sich allenfalls noch mit «Hilfskonstruktionen» wie Dealer-Corner erzielen.

Solche stehen nicht auf der Agenda der Stadt. Um den Dealern wenigstens die Fluchtmöglichkeit zu nehmen, forderte die Stadtregierung, dass die Reitschulbetreiber jeweils kurz vor den Razzien das grosse Eingangstor schliessen. Die Reitschule lehnte ab. Im Gespräch denkt nun Polizeichef Willi laut über eine Fernsteuervorrichtung nach, mittels derer die Polizei selber das Tor schliessen könnte. «Dann müsste die Reitschule nicht selber die Türen schliessen und ihr Betrieb würde weniger von den Polizeiaktionen tangiert», sagt er mit einem Schmunzeln. Wohlwissend, dass der Vorschlag kaum je realisiert werden wird.

Dem Dealer gefällts

Zurück auf der Schützenmatte. Es ist mittlerweile 22.30 Uhr. Unter der Eisenbahnbrücke und hinter der Skater-Anlage bieten nun mehrere blutjunge Männer ihre Ware feil. Der Vorplatz füllt sich langsam mit Jugendlichen, Party-Volk und Reitschulgästen. Auf dem grossen Stein sitzt ein etwa 25-jähriger Algerier und bietet ungefragt Kokain und Gras zum Kauf an. Er wirkt entspannt und bleibt auch nach Verweis auf den beruflichen Kontext des Besuchs höflich. «Ich mache das schon seit drei Jahren», sagt er. Meistens sei er auf dem Vorplatz, manchmal auch auf der kleinen Schanze. «Hier ist es gut», sagt er. Es habe viele Menschen und man könne sich gut verstecken. «Ich habe keine Papiere. Wenn mich die Polizei verhaftet, komme ich ins Gefängnis.» Dann wendet er sich zwei nervös umherblickenden jungen Schweizern zu. Kundschaft, wie sich rasch herausstellt.

Kunden hat es denn auch mehr als genug. Einige kommen mit dem Auto und benutzen die Schützenmatte als eine Art Drogen-Drive-in. Doch auch die Gäste der umliegenden Clubs und der Reitschule selber sorgen für Umsätze bei den Drogenhändlern. Und nicht zuletzt sind vor allem am frühen Abend Personen beim Kauf von Drogen zu beobachten, deren gehetzte Blicke man von den Besuchern des nahegelegenen Fixerstüblis an der Hodlerstrasse kennt. Allerdings bestreiten die Betreiber der Drogenanlaufstelle, dass ihre Klienten Drogen auf der Schützenmatte kaufen – was wiederum bei Reitschülern ein Schmunzeln hervorruft.

Alles gut? Alles gut!

Um Mitternacht macht sich auf dem Vorplatz niemand mehr Gedanken dazu. Wo man hinschaut, wuselt es. An den Pingpong-Tischen wird Rundlauf gespielt, auf der Skate-Anlage zeigen ein paar junge Männer Kunststücke mit dem Trottinett, und ein Punker führt ein mit Dosenbier gefülltes Migros-Wägeli spazieren. Musik von der Piratenbar, dem Rössli und dem Ghettoblaster einer Eritreer-Clique vermischt sich zu einem Klangteppich. Teenie-Mädchen stolzieren Hand in Hand über den Platz, Teenie-Jungs gockeln hinterher. Irgendwo zerschellt eine Bierflasche. Eine junge Frau kreischt, eine andere lacht. Und gerade jetzt donnert ein ICE über die Brücke. Alles gut? Alles gut!

Die Razzien: Eine Bilanz

Seit Anfang Jahr führt die Polizei in unregelmässigen Abständen grössere Drogenrazzien im Raum Schützenmatte/Vorplatz durch. Die Polizei spricht in ihren Mitteilungen jeweils von «gezielten Aktionen gegen den Betäubungsmittelhandel».

Die bisher letzte Aktion fand im April statt. Bei der Razzia stellte die Polizei rund 46 Gramm Kokain, 22 Gramm Haschisch, kleinere Mengen Marihuana, 35 Pillen – mutmasslich synthetische Drogen – sowie Bargeld sicher. Die grössten Mengen an sichergestelltem Kokain resultierte aus der Razzia vom 26. Januar: Rund 160 Gramm konnten die Polizistinnen und Polizisten konfiszieren. Dazu kommen 300 Gramm Marihuana sowie Haschisch und Bargeld.

Insgesamt stellte die Polizei bei den bisherigen sechs Grossrazzien 377 Gramm Kokain, 55 Pillen und mehrere Tausend Franken Bargeld sicher. Betreffend die sichergestellten Hanf-Produkte bleiben die Mitteilungen meist unkonkret. Häufig heisst es lediglich, dass eine «kleinere Menge» Marihuana konfisziert worden sei.

Bei den Razzien werden auch stets Personen verhaftet. Insgesamt nahm die Polizei bei den sechs Razzien 66 Personen vorläufig fest. «Bei 90 Prozent der Personen, die wir bei den Aktionen anhielten, konnten wir eine Beteiligung am Drogenhandel nachweisen», sagt Manuel Willi, Chef der Regionalpolizei.

Häufig gestellte Fragen: Was sich über den Drogenhandel in der Stadt Bern sagen lässt

Welche Drogen kann man auf der Schützenmatte kaufen?

Die meisten Händler bieten vor allem Kokain und Cannabis an. Die Polizei stellte bei den Razzien aber auch schon Ecstasy-Tabletten sicher. Gerade bei speziellen Anlässen, wie etwa grossen Technopartys in der Grossen Halle, tummeln sich zahlreiche Verkäufer von Partydrogen auf dem Vorplatz. «Wir können nicht ausschliessen, dass in Einzelfällen auch Heroin verkauft wird», sagt Manuel Willi, Chef der Regionalpolizei.

Wer verkauft Drogen auf der Schützenmatte und dem Vorplatz?

Laut Willi handelt es sich bei den Verkäufern gemäss Erkenntnissen der Polizei praktisch ausschliesslich um Männer, meist aus dem west- und nordafrikanischen Raum. Während die Westafrikaner den Kokainhandel dominierten, verkauften die Nordafrikaner vor allem THC-haltige Produkte. Allerdings böten gewisse Händler beides an. «Es ist für die Händler lukrativ, wenn sie ein Gesamtpackage anbieten können», sagt Willi. Die Händler selber befinden sich am untersten Ende der Hierarchieskala ihrer Organisationen, es handelt sich also um «kleine Fische». Viele befinden sich laut Willi im Asylprozess oder haben diesen durchlaufen. Man stelle auch fest, dass viele Westafrikaner schon sehr schnell nach Ankunft in der Schweiz auf der Schützenmatte anzutreffen seien. «Wir gehen davon aus, dass sie zu diesem Zweck aus anderen europäischen Ländern eingeschleust werden», sagt er. Zudem habe man bei den jüngsten Aktionen mehrere Personen mit Kokain-Behältern im Körper festgenommen. Diese seien offenbar direkt nach Ankunft auf die Schützenmatte gegangen und hätten Drogen verkauft.

Wie agieren die Händler?

Vor allem die Kokain-Händler arbeiten in Gruppen. Die Person, welche die Passanten anspricht, hat meistens weder Drogen noch Geld bei sich, wie Szenekenner zu berichten wissen. Und auch Drogen und Geld werden bei unterschiedlichen Personen aufbewahrt. Die Drogen vorzugsweise nur in Kleinstmengen, um keine grossen Strafen zu riskieren.

Wer sind die Hintermänner?

Machen die Afrikaner die Drecksarbeit und im Hintergrund schöpft ein reicher, weisser Banker das Geld ab? Quatsch. Das Bild, das teils von Filmen transportiert wird, scheint ein Mythos zu sein. «Wir sind bei Ermittlungen im Zusammenhang mit Drogenhandel in diesem Bereich jedenfalls noch nie auf einen Schweizer Banker gestossen», sagt Willi. Die Polizei geht davon aus, dass die Hintermänner die Organisationen von den Herkunftsländern aus steuern – und eine Menge Geld damit verdienen. Einen Gesamtüberblick über die Organisationen habe man nicht. Es gebe aber starke Hinweise, dass die Organisationen, die hinter den Strassenhändlern stünden, auch in Prostitution und Menschenhandel involviert seien.

Wie gefährlich sind die Drogenhändler?

Das ist schwierig zu sagen. Waffen wurden bei den Razzien in den vergangenen Monaten keine sichergestellt. Die Koexistenz der einzelnen Händler verläuft laut Willi relativ unproblematisch. «Es gibt jedenfalls keinen Bandenkrieg auf der Schützenmatte.» Dafür komme es immer wieder zu Auseinandersetzungen zwischen Händlern und unzufriedenen Kunden. Ein Thema seien auch sexistische Anmachen und teils übergriffiges Verhalten, das von Dealer-Gruppen ausgehe.

Warum jagt die Polizei nur kleine Fische?

Es ist ein Vorwurf, den sich die Polizei oft anhören muss. Willi weist ihn aber dezidiert zurück. «Wir haben der Staatsanwaltschaft gerade einen Fall übergeben, wo es um Kokain im dreistelligen Kilobereich geht», sagt er. Die kleinen Fische, welche direkt im Strassenhandel involviert seien, hätten aber eine grosse Auswirkung auf das subjektive Sicherheitsgefühl. «Zudem ist es unser Ziel, die Verfügbarkeit so weit wie möglich einzuschränken, das schaffen wir nur, wenn wir gegen den Strassenhandel vorgehen.»

Wer kauft Drogen auf dem Vorplatz?

Die Frage kann die Polizei nicht beantworten. «Wir fokussieren auf die Händler», sagt Willi. Der Augenschein vor Ort (Haupttext) ergab, dass am frühen Abend viele Junkies die Händler frequentierten. Je später der Abend, desto diverser wurden die Käufer. Generell gilt die Ware der Strassendealer als eher teuer. Wer über Kontakte verfügt, vermeidet den Gang auf den Vorplatz. Die Reitschule rief schon mehrmals ihre Gäste dazu auf, aus Solidarität mit dem Kulturzentrum auf den Kauf von Drogen im Umfeld des Gebäudes zu verzichten. Klar ist: Während die Händler hauptsächlich aus afrikanischen Ländern kommen, sind die Schweizer unter den Käufern gut vertreten.

Wo kann man sonst noch Drogen kaufen?

Das ist von Droge zu Droge unterschiedlich. Heroin wird vor allem von Süchtigen selber bei der Anlaufstelle an der Hodlerstrasse sowie in der Nähe des Casa Marcello an der Aarbergergasse verkauft, sagen Szenekenner. In vielen Clubs vertreiben Dealer zudem Kokain und Partydrogen. Metamphetamine wie Thai-Pillen finden sich in Bordellen sowie im Darknet – wo auch alle anderen Substanzen erhältlich sind. Gerade THC-haltige Produkte und Partydrogen werden in der Regel aber in Privatwohnungen verkauft. Im öffentlichen Raum existieren auf der Kleinen Schanze, der Grossen Schanze und in der Aarbergergasse Kleinstszenen.
(https://www.derbund.ch/bern/stadt/die-drogenhaendler-beim-jugendtreff/story/23314919)

Ist das Drogenproblem gelöst? Die Statistiken sagen Ja — die Fachstellen Nein
Die Verstösse gegen das Betäubungsmittelgesetz haben im Kanton Solothurn stark abgenommen.
https://www.solothurnerzeitung.ch/solothurn/kanton-solothurn/ist-das-drogenproblem-geloest-die-statistiken-sagen-ja-die-fachstellen-nein-132584021

+++DEMO/AKTION/REPRESSION
Demo für grüne und soziale Landwirtschaft und gegen Agrokonzerne
Über 2000 Personen sind am Samstag in Basel für eine ökologischere und sozialere Landwirtschaft und gegen Agrochemiekonzerne auf die Strasse gegangen. Dass die Behörden die Innerstadt-Demoroute nicht mehr bewilligten, hatte im Vorfeld zu reden gegeben.
https://www.basellandschaftlichezeitung.ch/wirtschaft/demo-fuer-gruene-und-soziale-landwirtschaft-und-gegen-agrokonzerne-132587739
-> https://telebasel.ch/2018/05/19/route-fuer-4-march-against-monsanto-nicht-bewilligt
-> Demoaufruf: https://www.facebook.com/events/164393807507388/
-> http://www.marchagainstsyngenta.ch

+++FUSSBALLREPRESSION
Behörden fürchten Widerstand der Fussball-Fans
Trotz mehrerer Vorfälle mit Chaoten setzen die Behörden die Instrumente des Hooligan-Konkordats nur zurückhaltend ein. Schärfere Massnahmen wären möglich, doch die Sache hat einen Haken.
https://www.luzernerzeitung.ch/schweiz/behoerden-fuerchten-widerstand-der-fussball-fans-ld.1021873

+++BIG BROTHER
OpenPGP und die Sicherheit von Geräten und Programmen
Viele alarmierende Meldungen bezüglich verschlüsselten Emails geisterten die vergangenen Tagen durch die Medien. Es war die Rede, auf die Verschlüsselung von Emails zu verzichten und entsprechende Tools gar zu deinstallieren. Doch wer ein bisschen hinter die clickbait getriebenen, auf maximal Aufmerksam getrimmten Meldungen schaute, hatte schon bald ein anderes Bild. Die Verschlüsselung von PGP Emails wurde keineswegs geknackt (bei s/mime, das vorallem im Firmen Umfeld eingesetzt wird, sieht es etwas schlechter aus). Viel mehr handelt es sich um ein Problem bei der Darstellung im Mailprogram, die es erlaubt den Inhalt von verschlüsselten Emails beim Lesen auch anderen sichtbar zu machen. Dazu muss aber das Mail unterwegs manipuliert werden.
Deshalb: Verschlüsselt weiterhin eure Emails, haltet wie immer eure Tools und Systeme auf einem aktuellen Stand, falls ihr ein Mailprogramm verwendet blockiert “externe Inhalte” oder HTML-Darstellung, und nein, nun deswegen auf zentralisierte Systeme zu wechseln ist keine ernsthafte Alternative.
https://www.immerda.ch/info/2018/05/18/openpgp-und-die-sicherheit-von-geraten-und-programmen.html

3x Datenschutz
Kurz am Flughafen ins kostenlose WLAN einloggen? Welche Gefahren dabei lauern, wie man die eigenen Daten besser schützen kann und was für Alternativen es zu Whatsapp und Co. gibt: Diese und andere Fragen werden in drei knackigen Beiträgen von Subkutan durchleuchtet.
http://www.journal-b.ch/de/082013/alltag/3075/3x-Datenschutz.htm

+++POLIZEI ZH
Polizisten bei Verhaftung mit Flaschen angegriffen
Bei seiner Verhaftung im Zürcher Kreis 1 gingen ein Mann und sich mit ihm solidarisierende Dritte mit Flaschen auf Polizisten los.
https://www.tagesanzeiger.ch/zuerich/stadt/polizisten-bei-verhaftung-mit-flaschen-angegriffen/story/23204471
-> https://www.limmattalerzeitung.ch/limmattal/zuerich/unbekannte-bewerfen-zuercher-polizisten-mit-glasflaschen-132587923
-> https://www.zsz.ch/zuerich/stadt/Polizisten-bei-Verhaftung-mit-Flaschen-angegriffen/story/23204471
-> https://www.landbote.ch/zuerich/stadt/Polizisten-bei-Verhaftung-mit-Flaschen-angegriffen/story/23204471
-> http://www.toponline.ch/news/zuerich/detail/?tx_news_pi1%5Bnews%5D=88491&cHash=fa0e13748b267c3f1505df07fae0d9a1
-> https://www.blick.ch/news/schweiz/zuerich/einsatz-von-gummischrot-und-traenengas-zuercher-polizisten-mit-glasflaschen-attackiert-id8397807.html?utm_source=twitter&utm_medium=social_page&utm_campaign=bli
-> http://www.20min.ch/schweiz/zuerich/story/Chaoten-werfen-mit-Glasflaschen-auf-Polizisten-17467209
-> https://www.stadt-zuerich.ch/pd/de/index/stadtpolizei_zuerich/medien/medienmitteilungen/2018/mai/polizisten-bei-verhaftung-erneut-angegriffen-und-mit-flaschen-be.html

+++ANTIFA
Der fromme Arzt, der kein Schwulenheiler sein will
Der deutsche Arzt Arne Ebsen vertraut der Kraft des Gebets und der angeblichen Heilkraft Gottes. Dass er damit Homosexuelle «heilen» will, streitet er ab. Recherchen zeigen ein anderes Bild.
https://www.watson.ch/Blogs/Sektenblog/282167063-Der-fromme-Arzt–der-kein-Schwulenheiler-sein-will